OMT Orthopädische Manuelle Therapie

15 Dinge, die Sie über Rückenschmerzen nicht wussten Teil 3


31. Juli 2016 | Steffen Klittmann

Heute stellen wir Ihnen den dritten von 3 Teilen zum Thema: Fakten über Rückenschmerzen, die Sie nicht wussten zur Verfügung.

Der Text ist aus den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft abgeleitet und spiegelt die Erfahrung unserer täglichen Praxis wider. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und hoffentlich viele neue Erkenntnisse!

 

Originalautoren:

Mary O’Keeffe (University of Limerick), Dr Kieran O’Sullivan (University of Limerick), Dr Derek Griffin (Tralee Physiotherapy Clinic)

 

Die Behandlung von Rückenschmerzen kostet den Staat mehr, als die Behandlung von Krebs und Diabetes zusammen. Die meisten Kosten entstehen durch die Behandlung von Menschen mit anhaltenden Schmerzen. Die wissenschaftliche Forschung zum Thema Rückenschmerz ist zwar weit voran geschritten, dennoch gibt es einige hartnäckige verbreitete Meinungen und Überzeugungen zu diesem Thema. Diese 15 Punkte basieren auf umfassenden wissenschaftlichen Fakten.

www.pain-ed.com

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  1. Auf lange Sicht hilft die Vermeidung von Aktivitäten und vorsichtiges Bewegen bei Rückenschmerzen nicht
    Gerade bei beginnenden Rückenschmerzen ist es üblich, dass sich die Beweglichkeit des Rückens deutlich verändert. Dies ist ähnlich wie das Humpeln nach einem verstauchten Knöchel: Es hört auf, wenn der Schmerz nachlässt. Auch wenn es anfänglich schwierig ist, ist es wichtig, nach und nach zu normalen Aktivitäten (die momentan schmerzhaft sind oder vor denen man Angst hat) zurück zu kehren. Aufgrund von Angst vor Schmerzen oder der Überzeugung, dass Aktivität gefährlich ist, fangen viele Menschen nach einer ersten Episode von Rückenschmerzen an sich anders zu bewegen. Solch ein verändertes Bewegungsverhalten kann auf lange Sicht ungesund sein und die Belastung des Rückens sogar noch weiter verstärken. Aus diesem Grund wird die Effektivität von Massagen in der Prävention von Rückenschmerzen zunehmend in Frage gestellt. Massagen haben nur sehr wenig Effekt auf das Vorkommen und die Intensität von Rücken- oder Nackenschmerzen.
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  1. Schlechter Schlaf beeinflusst Rückenschmerz
    Mit Schmerzen kann es schwer fallen, nachts gut zu Schlafen. Allerdings kann auch umgekehrt, schlechter Schlaf zu Rückenschmerzen führen. So wie schlechter Schlaf zu mehr Stress führt, Kopfschmerzen verursacht, einen müde und niedergeschlagen fühlen lässt, kann er auch Rückenschmerzen verursachen oder die Dauer einer Episode von Rückenschmerzen verlängern. Aus diesem Grund kann die Verbesserung der Schlafgewohnheiten dabei helfen, Schmerzen zu reduzieren.
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  1. Stress, Niedergeschlagenheit und Sorgen beeinflussen Rückenschmerz
    Wie wir uns fühlen, kann großen Einfluss auf die empfundene Schmerzintensität haben. Durch Stress bei Veränderungen im Leben, durch die aktuelle Stimmungslage und Ängste können Rückenschmerzen ausgelöst werden. So wie diese Faktoren mit anderen Krankheiten, wie z.B. Herpes, Reizdarmsyndrom und Müdigkeit einhergehen, haben sie auch einen sehr großen Einfluss auf Rückenschmerzen. Als Folge dessen kann die Reduktion von negativem Stress, die Verbesserung der Stimmung und Reduktion von Ängsten bei Rückenschmerzen hilfreich sein, indem man Dinge macht, die man gerne macht und sich dabei entspannen kann.
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  1. Training bei Rückenschmerzen ist gut und ungefährlich
    Viele Menschen mit Schmerzen haben Angst vor Training und vermeiden dieses, weil sie glauben, dass es noch größere Probleme bereiten würde. Das stimmt aber nicht! Wir wissen heute, dass regelmäßiges Training hilft, sich und seinen Körper fit und gesund zu halten. Es reduziert sogar Schmerzen und Beschwerden. Training lockert Muskelverspannungen, steigert die Stimmung, und stärkt das Immunsystem, wenn man langsam damit anfängt und sich nach und nach steigert. Jede Art von Training ist gut, es gibt keine größeren Unterschiede in der Effektivität – Suchen Sie sich also eine Sportart aus, die Ihnen Spaß macht, Sie sich leisten können und für Sie praktikabel ist. Walking, Treppen gehen, Radfahren, Joggen, Rennen und Dehnen sind alles sinnvolle Aktivitäten und helfen, all die verspannten Muskeln im Körper zu lockern. Wenn man Schmerzen hat, kann es sehr schwer fallen mit einem Training zu beginnen. Muskeln, die bisher kaum beansprucht wurden sind empfindlicher für Schmerzen als gut trainierte. Wenn man nach den ersten Trainingseinheiten also Muskelkater oder ein leichte Schmerzen spürt, bedeutet das nicht, dass man seinem Körper Schaden oder eine Verletzung zugefügt hat.
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  1. Anhaltende Rückenschmerzen KÖNNEN besser werden
    Rückenschmerzen geht mit vielen Faktoren einher, welche individuell verschieden sind. Daher sind Behandlungen, die sich an den individuell relevanten Faktoren des jeweiligen Menschen orientieren, effektiver als eine Standardbehandlung. Nach vielen unterschiedlichen Behandlungen immer noch keine Schmerzlinderung zu erfahren, ist sehr frustrierend und führt dazu, dass Menschen die Hoffnung verlieren. Das passiert leider sehr häufig, weil viele Behandlungen lediglich einen einzigen Faktor beeinflussen. Geht man beispielsweise zu einer Massagebehandlung, um die verspannten und schmerzhaften Muskeln zu lockern, vergisst dabei aber die Schlafprobleme, das Fitness- oder Stresslevel mit einzubeziehen, werden die Beschwerden nicht besser werden. Das Identifizieren der individuellen, verschiedenen zum Problem beitragenden Faktoren und die gezielte Behandlung dieser, kann zu einer deutlichen Schmerzreduktion führen und die Betroffenen können glücklicher und gesünder leben.
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ERINNERN Sie sich:

  • Der Rücken ist eine kräftige und widerstandsfähige Struktur, welche für Bewegung gemacht ist, die einen gesund hält.
  • Ernsthafte und dauerhafte Verletzungen sind selten.
  • Bildgebende Befunde und Diagnosen von einem MRT, wie z.B. Bandscheibenvorwölbungen oder degenerierte Bandscheiben sind weit verbreitet bei Menschen mit und ohne Rückenschmerzen. Es gibt KEINE UNTERSCHIEDE zwischen den MRT Bildern von Menschen mit und ohne Schmerzen!
  • Rückenschmerzen wird von vielen Faktoren beeinflusst. Die beste Behandlung ist deshalb ein Ansatz, welcher daraus besteht aktiv zu bleiben, einen gesunden Lebensstil zu führen und sich keine Sorgen darüber zu machen, ob der Rücken beschädigt ist.
  • Röntgen und MRT Untersuchungen werden selten benötigt. Es ist am besten sich darauf zu konzentrieren die eigene Gesundheit und seinen Lebensstil zu verbessern, z.B. durch Übungen und Training, gesundes Schlafverhalten, Stress Management und Entspannung.

 

Wo gibt es weiterführende Informationen?

  • Sprechen Sie Ihren OMT Therapeuten in der nahen Umgebung bei Fragen an. Er ist der kompetente Ansprechpartner bei Rückenschmerzen und Beschwerden bei Bewegung.
  • Pain Education

 

Wie hat Ihnen dieser 3-teilige Beitrag zu Rückenschmerzen gefallen? Wir freuen uns über Erfahrungen, die Sie mit Rückenschmerzen gemacht haben.

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Kommentare

  1. Renate Taucher: 31. August 2016 um 23:21

    Mit manueller Therapie sind Kalkablagerungen in meiner Schulter beseitigt worden. Seit 2 1/2 Jahren führe ich Übungen nach Liebscher & Bracht aus. Jeden 2. Tag mache ich jede Übung 30 Sekunden lang. Ich bin 67 Jahre alt, habe keine Rückenschmerzen mehr und kann mich bewegen wie früher.

  2. Steffen Klittmann: 1. September 2016 um 7:20

    Das freut uns sehr zu hören, Frau Taucher. Es ist schon lange bekannt, dass Orthopädische Manuelle Therapie – OMT – sehr effektiv bei Schulterbeschwerden ist. Hier ein Artikel dazu.
    Leider ist das vielen Menschen noch nicht bekannt.
    Genau wie Sie es beschrieben haben, lassen sich auch viele Arten von Rückenbeschwerden wunderbar durch Übungen therapieren. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute für Ihre Schulter und für den Rücken!
    Das OMT in Bewegung – Team